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PR- und Marketingmenschen, die sich mit dem Web2.0-Phänomen
beschäftigen, stellen sich u.a. zwei Fragen: In welchen Social
Media-Plattformen werden Themen diskutiert, die für Unternehmen oder
andere Akteure relevant sind? Und welche davon sind wichtig?
Wir haben für unsere Zwecke einen Ansatz entwickelt, der versucht,
eine qualitative und auf quantifizierbaren Kriterien basierende Analyse
zu vereinen:
- Ausgangspunkt ist selbstverständlich ein inhaltliches Briefing, in
dem definiert wird, um welche Themenbereiche und welche Problemstellung
es geht.
- Über eine umfassende Analyse von Social Media (Blogs, Newsgroups,
Foren, Social Networks, Social Bookmarks, Social News, Social Video)
versuchen wir uns ein Bild über Plattformen, Akteure, Themen usw. zu
machen und definieren darüber Beobachtungspunkte (so will ich das mal
nennen) und -parameter, die wir über ein Tool abfragen. An
dieser Stelle nehmen wir unter anderem quantitative Parameter zu Hilfe - aber eben
nicht allein. Diese Analyse ist relativ zeitaufwendig, weil es darum
geht zu verstehen, wie und wo ein Thema "passiert" und welche Akteure
Knotenpunkte darstellen.
- Auf dieser Basis findet ein automatisches Monitoring statt, dass
dann laufend ausgewertet und justiert wird. Schliesslich wollen wir
mitbekommen, wenn sich das Relevant Set bzw. die Themenstellung
verändert.
- Die Ergebnisse des Monitoring können vielfach zur Verfügung
gestellt werden. Bei einigen Kunden, für die wir das machen, werden die
Ergebnisse in ein Extranet eingestellt, in das von einem anderen
Dienstleister die Ergebnisse des Print-, HF-/TV- und ("klassisches")
Onlinemonitoring eingestellt werden. Bei anderen Kunden gibt es einen
täglichen Newsletter mit den Ergebnissen plus einen regelmäßigen
Report.
Prozess im Überblick
Ein Fall aus der Praxis: „Grüne IAA“
Gemeinsam mit unserem Partner Cision untersuchten wir (K12) vor und
während der diesjährigen IAA, wie Social Media auf die von der
Automobilindustrie gesetzten Schwerpunkte „CO2-Ausstoß /
Umweltverträglichkeit“ reagierten. Für die Aufgabenstellung
interessierte uns eigentlich nur, wie das Thema in Automobilblogs und
in Automobilforen (deutschsprachig und englischsprachig) Resonanz
findet. 34 relevante Medien waren dabei die Basis einer detaillierten
Inhaltsanalyse - wobei im Laufe der Beobachtung Plattformen
hinzugenommen wurden.
Vernetzungsanalyse: Ausgewertet wurde u.a. welche Blog- und
Forenbeiträge andere Onlinemedien zitieren. Diese Daten wurden über mit
Hilfe einer Software automatisch in ein Netzwerkdiagramm umgewandelt.
Nur einige der – teilweise überraschenden – Ergebnisse: besonders
die Blogger setzten andere Schwerpunkte als die klassischen Medien,
bezogen sich nicht auf herkömmliche Online-Medien und hatten andere
Interessen im Fokus. So konzentrierte sich die Blogosphäre auf
technische Aspekte, häufig im direkten Zusammenhang mit Herstellern und
Automarken (80 Prozent der Beiträge). Die Szene zeigte sich fasziniert
von neuen Technologien, auch den umweltschonenden – die politische
Dimension des Themas wurde jedoch kaum gestreift. Und die
Automobilindustrie konnte die Früchte einer erfolgreichen
Kommunikationsarbeit ernten: Besonders ihre Konzeptstudien (z.B.
Mercedes F700 und VW UP!) wurden rege diskutiert, die Hersteller
genossen bei den Blogs der Auto-Fans als Quelle viel Vertrauen.
Beispiel für eine Themenmap: Stichworte werden - ähnlich wie bei
einer Tagcloud - nach Häufigkeit in unterschiedlichen Schriftgrössen
visualisiert und inhaltlich zueinander in Bezug gesetzt.
Weitere Beispiele aus andere Social Media Audits:
Repräsentative O-Töne von Top-Bloggern zu einem IT-Thema.
Analyse von Social Bookmarks: Social Bookmarks geben Hinweise
darüber, welche Onlineservices und -informationen von Nutzern für als
für andere relevant erachtet und regelmässig besucht werden.
Mehr Informationen in der Fallstudie zur IAA in Pressesprecher 09/2007.
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